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Jeremiah 9
Bavarian Bible 1998 (De Bibl auf Bairisch)
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1
Mein, wär non grad mein Haaupt ayn Brunn, meine Augn ayn Quelln; durchhinaus Tag und Nacht wainet i de Gfallnen von meinn Volk!
2
Härrschaft, haet i decht ayn Hörberg in dyr Wüestn; naacherd kännt i ainfach von meinn Volk furtgeen! Dös seind diend allss Eebröcher und ayn treuloose Hordn.
3
Rödn wenn s tuend, schiessnd s nix wie Lugnpfeil ab; Lug und Trug ist gib und gaeb in n Land, und Waarhaftigkeit ist ayn Fremdwort. Die werdnd allweil grad non örger; mit mir aber habnd s nix eyn n Sin, sait dyr Herr.
4
Sogar vor aynn Freund derfftß auf dyr Huet sein; nit aynmaal yn deinn aignen Bruedern kanst traun. Denn ayn ieder Brueder betriegt ainn, und ayn ieder Naahste lögt ainn auf s Kreuz.
5
Ayn Ieder vierhartt dönn Andern; d Waaret wär dös Lösste, was s sagetnd. Iener Zung +kan weilete schoon grad non liegn; d Reib herzrugg kriegnd die ainfach niemer.
6
Überall seghst grad Unterdruckung, Lug und Trug. Die +wollnd mi ainfach niemer kennen, sait dyr Trechtein.
7
Drum, sait dyr Hörerherr, schmelz und läuttert i s. Was sollet i n aau sünst +machen mit meinn Volk?
8
Ayn toedlicher Pfeil ist iener Zung; dö liegt und triegt. "Grüess di, Naachbyr!", sagnd s; dyrweil habnd s hint schoon s Mösser herausst.
9
Und dös sollet i ien durchgeen laassn?, fraagt dyr Trechtein. An aynn sölchern Volk sollet i mi nit röchen?
10
Über de Berg überhin gaa i reern und wainen; ayn Klaglied sing i über d Waidschaftn eyn dyr Steppn hindan. Denn verwüestt und oed lignd s; niemdd kimmt meer hin, nit aynmaal meer s Vih; ja, allsand Vicher und Vögl seind auf und dyrvon.
11
Ruslham mach i zo n Trümmerhauffen, daa wo d Schäggl umaynandschleichend. D Judauer Stötn mach i zuer Oed; daa wont kain Mensch meer.
12
So weis sollet halt ainer sein, däß yr de Zammenhäng seght, +zwö däß dös kimmt! Der sollet verkünddn, was iem dyr Herr eingibt, zwö däß s Land yso verwüestt werd, däß s wirklich wie ayn eehafte Wüestn ausschaugt!
13
Dyr Trechtein gibt d Antwort: Weil s mein Gsötz verlaassn habnd, dös wo i ien göbn haan, weil s nit auf mi glustert habnd und von meinn Traun nix meer wissn wolln habnd,
14
sundern netty naach ienerne Gviertschedln giengend, yn de Bägln naachhinlieffend, wie s ien schoon d Vorvätter eintrachtert hietnd.
15
Drum, sait dyr Hörerherr, dyr Got von Isryheel: I gib iem aynn Wermuet z össn und ayn giftigs Säfterl z trinken.
16
I zstraeu s unter Völker, die wo sö nit und ienerne Vätter eerst recht nit kennt habnd, und laaß s gscheid eyn n Krieg einhin, hinst däß i s ausgrott haan.
17
Yso spricht dyr Hörerherr: Lustertß aynmaal! Ruefftß de Klagweiber zueher, die Weiberleut, wo Klaglieder singen künnend!
18
Kemmen sollnd s und aft anfangen mit dyr Klag über üns, yso däß myr grad non schwimmend vor lautter Zäher.
19
Lustert; ietz singend s! Ayn Klagliedl hoert myn aus Zien. Mein, wie haat s üns dyrwischt; ietz ist s netty aus mit üns! Furt müess myr aus dyr Haimet; zstürt habnd s üns ünserne Häuser.
20
Weiber, hoertß yn n Herrn sein Wort; lostß drauf, was yr enk sagn mecht! Bringtß yn enkerne Töchter bei, wie myn klagt; aynand sollnd s ys Tootnlied beibringen!
21
Dyr Baindlkraamer ist bei n Fenster einhergstign, sogar eyn de Pfläst einhin. Er rafft de Kinder von dyr Gassn wögg, de Burschn von de Plätz.
22
D Leichnäm lignd wie dyr Mist auf n Feld, wie Garbn hinter de Ärnleut; die klaubt kainer zamm.
23
Yso spricht dyr Trechtein: Dyr Weise sollt nit mit seiner Weisheit geudnen, dyr Röck nit mit seiner Kraft, dyr Reiche nit mit seine Schätz.
24
Nän, wer si rüemen will, sollt s daa dyrmit tuen, däß yr Einsicht haat und mi kennt. I bin dyr Herr. I bin der, wo auf dyr Erdn Lieb, Recht und Gerechtigkeit bringt. Netty dös will i habn, sait dyr Trechtein.
25
Ja, es kimmt ayn Zeit, sait dyr Herr, daa wo i sogar mit de Beschnitnen allsand abrechnet,
26
ob dös ietz Güptn ist, Judau, d Roetem, Ämmannen, Mob und de Aufhingschertn in dyr Wüestn; denn für mi seind die allsand unbeschnitn, und aau dös gantze Isryheel ist für mi unbeschnitn, seght myn s von dyr Gsinnung her.
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